Wo die Wiese blüht und summt, jagt das Braunkehlchen Insekten. Im Nest, verborgen am Boden des Blütenmeers, warten seine Jungen.

Braunkehlchen – die Wiese stets im Blick

Wartenjäger im Blütenmeer
Braunkehlchen sitzen gerne auf Zaunpfählen oder einem trockenen Staudenstängel. Sie warten hier, bis sich in der blütenreichen Wiese Insekten zeigen. Sie fliegen dann nur kurze Strecken, fangen ihre Raupen, Käfer oder Heuschrecken und kehren wieder auf ihre Sitzwarte zurück.

Ein Streif in Weiss
Braunkehlchen tragen in allen Kleidern und Altersstufen einen hellen Streif über dem Auge. Bei Männchen ist er sogar leuchtend weiss. Dieses kleine Detail macht sie sofort unverwechselbar und gibt ihnen ihren wachen Blick.
Zum Brüten braucht das Braunkehlchen weite, blütenreiche Wiesen, die lange ungemäht bleiben. Genau die werden in der Schweiz immer seltener, wie auch das Braunkehlchen selbst.

Unsichtbares Nest in Gefahr
Das Nest ist so gut versteckt im Gras, dass man es selbst aus ein bis zwei Meter Entfernung oft nicht sieht. Selbst wenn man weiss, dass es da ist. Die Jungvögel verlassen das Nest bereits, bevor sie vollständig flugfähig sind, und verstecken sich einzeln in der Nähe. Brut- und Nestlingsdauer sind etwa vier Wochen. Kleine Raubtiere wie Füchse und Marder können zwar für Verluste sorgen, so dass Zweit- und Ersatzbruten nötig werden. Die grösste Gefahr aber ist, dass Nester und Jungvögel vermäht werden.

Hilfe für das Braunkehlchen
BirdLife Schweiz packt in den Moorlandschaften von Rothenthurm, Schwantenau und Breitried konkret an. Büsche werden gerodet, Flächen wieder vernässt, Sitzwarten aus Bambus aufgestellt, Wiesen erst wieder nach der Brutzeit gemäht. Der Bestand des Braunkehlchens bleibt dadurch stabil, allerdings auf sehr tiefem Niveau.